Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Hätte ich mich an diesen Spruch gehalten, wär ich nie beim Bowspring Yoga gelandet. Denn Bowspring ist innovativ, radikal anders und muss sich erst noch aufstellen. Anstatt punktuelle Weiterbildungen als Yogalehrerin, musste ich so Körper, Geist und Bewegung neu denken lernen. Hat es sich gelohnt? Absolut! Weshalb? Das habe ich Dir unten im Artikel zusammengefasst. 

    1.) Bowspring Yoga aktiviert den gesamten Körper

    Beim Krafttraining wachsen Deine Muckis, Yoga macht flexibel, Tanzen schult die Koordination und Faszien-Training macht elastisch. Das Problem ist nur, dass es zeitaufwendig ist, in den Genuss all dieser Effekte zu kommen. Jetzt pass auf, denn hier kommt Bowspring! 

    Bowspring ist ein Bewegungskonzept, dass sich an neuesten Erkenntnissen zum Thema Körper und Bewegung orientiert. In einer Bowspring-Klasse aktivierst Du nicht nur Muskeln, sondern den gesamten Körper. Vor allem die Faszien spielen eine essentielle Rolle.

    Faszie-Superstar

    Es ist nicht leicht, eine konkrete Definition zu den Faszien bzw. dem Bindegewebe zu geben, denn in der Wissenschaft herrscht noch Unklarheit, welche Gewebearten denn nun zu den Faszien zählen und welche nicht. Sehr sehr grob kann man sagen, dass die Faszie ein Organ ist, welches alle anderen Körperstrukturen (Knochen, Muskeln, Bänder, Sehnen) verbindet, umgibt und/oder in Form hält.

    Noch vor wenigen Jahren galt die Faszie als nutzlos und landete beim Sezieren im Mülleimer. Stell dir das vor! Experten haben erst kürzlich herausgefunden, dass Faszien für Bewegung, Stabilität und die Fähigkeit herumzuspringen wichtig sind. 

    Zusätzlich sind die Faszien mit Nervenzellen durchwoben. Diese Zellen können Schmerzen übertragen und Feedback geben, wo sich ein Körperteil im Raum befindet. Die Faszie verläuft dabei von der Fußsohle bis zur Kopfkrone, hält Dich aufrecht und verstärkt die Muskelkraft. 

    Nimmt man die Faszie weg, fällt der Körper wie ein nasser Sack in sich zusammen. Das Erklärungskonzept für diese stabilisierende Wirkkraft der Faszie heißt Bio-Tensegrität. 

    Durch mangelnde Bewegung wird der Körper steif, weil die Faszie verfilzt. Das kann zu Haltungsschäden, Schmerzen und Krankheiten führen. Körperbezogene Therapien wie die Osteopathie oder das Rolfing setzen schon seit Jahrzehnten bei den Faszien an, um dem Körper zu heilen. Auch in der Bowspring Theorie und Praxis spielt die Faszie eine entscheidende Rolle. 

    Beim Bowspring Yoga nutzt Du die Eigenschaften der Faszie, um in vergessene Bereiche des Körpers vorzudringen. Du erreichst nicht nur einzelne Muskelpartien, sondern aktivierst möglichst lange Ketten aus Muskeln-Faszien-Sehnen-Band-Knochen-Verbindungen. Du dehnst mehr-dimensional, zapfst Deine Kraftreserven an und erhöhst die Speicherkapazität der Faszien durch federnde Bewegungen. Dadurch wird Dein Körper elastischer, bärenstark und Du entlastest Gelenke und Muskeln. Und das ist nicht nur lasche Theorie. Du kannst das in der Bowspring-Stunde spüren. 

    Bowspring Yoga erfordert außerdem ein gehöriges Maß an Konzentration und Koordination. Ähnlich wie beim Tanzen machst Du mit jedem Körperteil etwas anderes. Dadurch, und durch die achtsame Praxis selbst, entstehen neuronale Autobahnen, die Dir ein neues Körperbewusstsein vermitteln.

    Also: weshalb Muckibude, Functional Training, Yoga- und Tanzstudio? Warum nicht gleich Bowspring?

    Wenn Du dann noch ein bisschen mit der Faszienrolle rumrollst, bist Du so gut wie unzerstörbar.

    2.) Bowspring beugt vor oder „Aurevoir Quasimodo!“

    Wenn ich mich in der U-Bahn umsehe, erschrecke ich teilweise. Denn wir Menschen werden immer krummer. Sitzend arbeiten und in der Freizeit am Smartphone kleben sind nur zwei der Gründe, weshalb dieses Phänomen weltweit auftritt. Auch ich ertappe mich ständig dabei, wie ich mit gebeugtem Rücken am Laptop sitze, aufs Telefon runterblicke oder auf dem Sofa lümmel. 

    How we are getting crookedAber warum ist eine krumme Haltung so unheilvoll? Durch unseren Lebensstil verkümmert die Doppel-S-Kurve der Wirbelsäule zu einem C. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern ist ungesund. Die Entlordosierung, also die Aufhebung der natürlich Krümmung der Wirbelsäule, zieht z.B. Verspannungen oder Probleme mit den Bandscheiben nach sich. Eine Folge sind Rückenschmerzen. Es gibt Studien, die belegen, dass viel Sitzen sogar das Sterberisiko erhöht.

    😮😱 (OMG!)

    Beim Bowspring rückt (unter anderem) die Doppel-S-Kurve in den Mittelpunkt der körperlichen Praxis. Und hier unterscheidet es sich ganz vehement von anderen Bewegungkonzepten wie beispielsweise Yoga. Denn dort heißt es meist: „Zieh das Steißbein ein, kipp das Becken nach hinten!“

    Bei Bowspring ist es genau andersherum. Der Bauch ist lang und das Becken kippt nach vorne. Dadurch wird die natürliche Lordose im unteren Rücken betont bzw. wieder hergestellt. 

    Gleichzeitig beatmest du den obere Rücken rundum und hebst ihn nach oben an. So entsteht Platz im unteren Rücken, der Psoas wird gedehnt und die gesamte rückseitige Muskulatur gestärkt. All diese Mechanismen ergeben mit der Zeit eine neue Haltungs-Blaupause. Die S-Kurve der Wirbelsäule kommt zurück, und Dein Körper erlernt wieder sich natürlich aufrecht zu halten. Herumlümmeln fühlt sich irgendwann intuitiv falsch an. (Man könnte sagen: unbequem ist das neue bequem! 😀)

    Bowspring Yoga ist eine effektive Haltungsschule.

    Durch diese Haltungschule bringt Dich Bowspring zurück in einen optimalen Naturzustand. 

    Dein Körper kann wieder effektiv arbeiten und muss  nichts mehr kompensieren, wie das beispielsweise beim so genannten Handy-Nacken der Fall ist.  Diese, durch Bowspring zurück-sensibilisierte Haltung ist Grundlage dafür, dass Du bis ins hohe Alter topfit sein kannst.  Aber nicht nur auf körperlicher Ebene fühlt sich Bowspring richtig an.

    3. ) Bowspring öffnet die Tür für ein achtsames Leben

    „Heute hier, morgen dort,

    bin kaum da, muss ich

    *fort….

    Dieses Lied von Hannes Wader passt ganz gut in unsere heutige Welt. Still sitzen und nichts tun ist sowohl Luxus als auch unmöglich für viele. Nicht weil die Zeit, sondern weil die Ruhe fehlt. Zu sagen: „Setz Dich hin und konzentrier Dich“ ist dabei wenig hilfreich. Meiner Meinung nach braucht es gewisse Vorübungen, die auf eine sitzende, stille Meditation vorbereiten. 

    Bowspring macht das dreifach. Einerseits wirst Du durch die Bewegung Energie los, andererseits öffnest Du den Körper fürs Sitzen. Drittens ist Bowspring so komplex, dass Du Dich während einer Bowspring-Klasse permanent konzentrieren musst. Du kannst also nicht an Dein Spaghetti-Rezept denken. Denn wenn Du das machst, fällst Du um. Das liegt daran, dass die Zug-und Spannungsverhältnisse (Tensegrität), die Du beim Bowspring Yoga einsetzt, so wirken, dass der Körper auch in unstabilen Positionen das Gleichgewicht halten kann. Aber um diese Mechanismen zu aktivieren, braucht es jede Menge Konzentration und Koordination. Und diese Konzentration führt Dich weg vom Kopfkino und hinein in den Körper. Damit öffnest Du eine Tür ins hier & jetzt. 

    Achtsames Bewusstsein in der Gegenwart ist Bestandteil von Meditation. Auch wem es zu Beginn schwer fällt: nach ein paar Wochen gelingt das Stillsein im Kopf etwas besser. Die positiven Auswirkungen von Meditation auf Körper, Geist und Seele sind tiefgreifend und nachhaltig. 

    4.) Bowspring Yoga rührt was in Dir an (und vielleicht auch um) 

    Bowspring wird von den Gründern Desi Springer und John Friend als Movement Medicine (Bewegungsmedizin) bezeichnet. Für mich passt die Bezeichnung nicht ganz, denn Medizin ist etwas, dass von außen kommt und schnelle, passive Heilung verspricht. Die Veränderungen, die beim Bowspring passieren, kommen aber von innen. Man kann sagen, dass es sich um einen Prozess handelt, der im Körper beginnt und sich auf Geist, Seele und Herz ausbreitet.    

    Bei mir hat sich mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Dinge, die mir zuvor schwer gefallen sind, habe ich urplötzlich in Angriff genommen. Es mag daran liegen, dass Bowspring durch die neue Körpererfahrung, also das ungewohnt tiefe Öffnen, auch neue Blickwinkel auf das (eigene) Leben zulässt. 

    Außerdem stärkt eine regelmäßige Bowspring-Praxis den Rücken. Energetisch gesehen ist die Rückseite des Körpers mit den Themen Vertrauen bzw. Misstrauen verbunden. Wenn Du Deinen Rücken stärkst, lädst Du gleichzeitig auch diesen Bereich auf.

    Mut zur Veränderung

    Du gewinnst dadurch (Selbst)Vertrauen. Das ist ein zentraler Punkt, wenn es um Transformation geht. Denn Veränderung ist ein Schritt ins Ungewisse. Mit Vertrauen in Dich und ins Leben gelingt das wesentlich besser! 🙂  

    Apropo Selbstvertrauen: 

    5.) Auch als steifer Stock kannst Du Spaß in einer Bowspring-Klasse haben

    Bowspring ist eine äußerst zugängliche Praxis. Du merkst schnell Erfolge, da die meisten Übungen simpel sind. Es geht beim Bowspring weniger um verbrezelte Positionen, sondern darum, Bewegungen achtsam auszuführen. Das klingt easy, ist aber durchaus fordernd – auf eine ganz neue Art und Weise. 

    Jede*r kann Bowspring machen. Das ist ermutigend und stärkt das Selbstbewusstsein. 

    Durch das Pulsieren ist Bowspring zudem lustig und leicht. Eine Bowspring-Stunde macht Spaß. Es findet vielleicht weniger Innenschau statt wie in einer Yin Yoga Klasse, dafür erfrischt Bowspring und gibt dem Herzen Leichtigkeit. Aus dieser positiven Haltung heraus kannst Du Kraft schöpfen und Dein Leben nachhaltig verändern 💪.

    Neugierig? Dann Finde heraus, wo Dein*e nächste*r Bowspring-Lehrer*in ist, geh zur Klasse und berichte mir, wie es Dir ergangen ist. Ich freue mich auch ganz besonders über Kommentare hier auf der Seite und auf Feedback jeglicher Art! 🙂

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    Photo Credits:

    www.globalbowsping.com

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    https://www.torrancememorial.org/News_Center/2015/November/The_New_Epidemic_Text_Neck.aspx

    unsplash-logoSammie Vasquez

    Titelbild:
    unsplash-logoRyan Johns

    https://fitundfun-bruckmuehl.de/news/workshop-ballance-handy-nacken?


    1 Kommentar

    Yoga Definition - DoSanSe · 18. November 2018 um 08:34

    […] Mehr über mich und meine Praxis findest Du auf meinem Blog http://www.bowspiration.com […]

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