Ein Interview mit Bastian Schlickeisen

Die Fenster beschlagen, aus der Ecke ächzt es. Ansonsten konzentrierte Stille in der Bowspring-Stunde von Bastian Schlickeisen. Wir üben wellenförmige Liegestütze: 

„Und jetzt kommt auf die Fingerspitzen!“

Motiviert sind alle, aber auf die Fingerspitzen kommt dann nur Bastian, bei dem man vermutet, dass er yogische Superkräfte besitzt. Bastian unterrichtet seit 2009 in seinem Yogaraum im Berliner Multikultikiez Wedding. Er war der erste in Deutschland, der angefangen hat, Bowspring zu verbreiten. Was er über Bowspring, die Zukunft und Spiritualität denkt, kannst Du hier in der gekürzten Fassung nachlesen oder direkt das Interview als Podcast anhören.

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Silke: Ich weiß gar nicht, wann ich das erste Mal in Deiner Yogastunde war.  Damals hast Du noch gar nicht Bowspring unterrichtet, sondern Anusara Yoga. Das ist nun schon einige Jährchen her. Wann kam der Wechsel zum Bowspring? 

Basti: Ich habe eigentlich direkt nach der Anusara-Ausbildung 2013 mit Bowspring angefangen. Ich sollte in einem Anusara-Studio hier in Berlin unterrichten. In dem Augenblick tauchte der Bowspring in Deutschland auf. Da bin ich recht schnell abtrünnig geworden – was man aber auch schon vorher hätte ahnen können. 

Silke: Weshalb hätte man das ahnen können, dass Du vom Yoga abtrünnig wirst?

Basti: Ja, wer mich ein bisschen kennt, der weiß, dass ich sehr wissbegierig bin, sehr neugierig; immer neue Formen des Wissens, des Bewegens, des Ausdrucks suche. Ich will up to date sein und mich nicht wiederholen. Bowspring war eine gute Chance dafür. 

Silke: Abgesehen vom Wunsch, etwas Neues zu lernen. Gab es noch weitere Gründe, weshalb Du zum Bowspring gegangen bist?

Basti: Es steckte natürlich auch eine körperliche Erfahrung dahinter. Ganz konkret gab es einen Moment während des ersten Bowspring Workshops als mich John Friend, einer der beiden Gründer des Bowspring, vom Nach-unten-schauenden-Hund in die Bowspring-Katze (Croaching Cat) ausgerichtet hat.

Ich hatte eine vollkommen neue Erfahrung der Expansion. Als Mann ist das etwas Besonderes, weil man in der Regel mehr Widerstände hat, den Körper zu öffnen. Bowspring schien mir eine neue Art und Weise, wie ich in dem Bereich vorankommen kann. 

Silke: Wenn Du sagst Öffnung, beziehst Du Dich da nur auf das Körperliche?

Bastian: Natürlich gibt es immer auch eine seelisch-sprirituelle Erfahrung aber zuerst spürt man doch den Körper in seiner Begrenztheit im Yoga. Und da fängt für mich alles an: Wie kann ich mit meinen körperlichen Grenzen umgehen und diese einladen, sich zu „entgrenzen“. 

Silke: Begrenztheiten des Körpers…viele Menschen gehen ja zum Yoga, weil sie Rückenschmerzen haben, zum Beispiel.  Würdest Du sagen, dass Bowspring gegen Rückenschmerzen hilft?

Bastian: Wichtig ist, dass der Mensch ein Bewusstsein bekommt, wie er mit seinem Körper umgeht. Wir haben einen ganzheitlichen Ansatz im Bowspring. Das heißt, wir behandeln nicht nur den Rücken. Es gibt zwar bestimmte Möglichkeiten am Rücken mit den Faszien zu arbeiten, aber entscheidender ist, dass von den Füßen bis zum Kopf eine Ausrichtungsmethode vorliegt, die dem Menschen eine neue Haltung beibringt. Eine Haltung, die mehr Dynamik erzeugt, die Muskulatur stärkt und ins Bewusstsein bringt. Im Bowspring versuchen wir die gesamte rückwärtige Muskulaturkette des Körpers, von der Ferse bis zum Kopf, zu aktivieren. 

Silke: Wenn ich jetzt jemandem erklären müsste: Was ist Bowspring? Was macht ihr anders als im Yoga, was würdest Du sagen? 

Bastian: Wir versuchen das Netzwerk der Faszien anzusteuern. Wir beugen die Knie, wir federn den Körper in den Asanas. Wir haben zwar einen Flow, der ist aber nicht von einer Position in die nächste, sondern der Körper bewegt sich permanent. Selbst innerhalb einer Figur. Er reckt und streckt sich in verschiedene Richtungen. Es ist ein Räkel-und-Reck oder ein Streck-und-Reck-Yoga. Wir versuchen verschiedene Punkte des Körpers voneinander weg und aufeinander zu zu bewegen. 

Silke: Hast Du hierfür ein Beispiel?

Basti: Wir nennen das zum Beispiel Root and Rise, wenn das Becken sich stärker erdend zum Boden hin orientiert und der Brustkorb, der ballonartig gefüllt ist mit Atem (Radiant Heart) nach oben hin und rückwärts strebt. Und so ergeben sich verschiedene Bögen im Körper und gewisse Spannungsverhältnisse, die man sehr schnell spürt.

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Silke: Hast Du Veränderungen an Deinem Körper bemerkt? 

Bastian: Ja! Das entscheidende ist, dass ich absolut verletzungsfrei bin. Ich hatte früher Knieprobleme, als ich noch Anusara praktiziert habe. Die sind jetzt weg. Das liegt auch an der veränderten Einstellung durch das Bowspring. Ich nehme keine Asana mehr ein, für die der Körper nicht bereit ist. Das war früher anders. 

Silke: Für wen ist Bowspring geeignet?

Basti: Ich glaube, dass jeder Bowspring machen kann, der bereit ist, sich zu öffnen. Es eignet sich sowohl für ältere Menschen, als auch für ganz junge. Ganz besonders auch für Menschen, die gewisse Dunkelheiten in der Seele spüren, die vielleicht deprimiert sind und ein Licht suchen. Es ist für alle, die an Bewegung interessiert sind und die wissen wollen, wie der Weg vom Körper her zur Seele verläuft.

Silke: Auf Deiner Webseite schreibst Du „Postclassical Yoga“. Warum? 

Bastian: Bowspring sieht von Anfang an ganz anders aus. Es wird anders angesteuert, es ist in meinen Augen sehr viel intellektueller. Es ist sehr up to date mit den Erkenntnissen der Faszien-Wissenschaft, etwa. Man musste eine Absetzung finden, damit die Menschen nicht zu enttäuscht oder überrascht sind, was sie kriegen. Es findet einfach etwas anders statt als klassisches Yoga. 

Man könnte sagen, Bowspring ist ein Update zum Yoga, vielleicht sogar noch mehr. 

Obwohl wir doch am Ende ganz ähnliche Dinge suchen als im klassischen Yoga. Wir haben dieselben Probleme – als Menschen. Und wir suchen einen Weg, mit diesen Problemen umzugehen. Nur das die Wege an sich unterschiedlich sind.

Aber wir sollten uns immer wieder darauf besinnen, was Yoga eigentlich ist. Und da werden wir feststellen, dass Bowspring sich ganz klar in den Strukturen vom Yoga bewegt. Zum Beispiel auch, was das Klassenformat (Aufbau, Entspannung, Mediation, usw..) anbelangt. 

Bowspring ist kein Functional Training. Es ist kein physiotherapeutisches Angebot, sondern schon eines, dass nach der großen Einheit aller Dinge sucht. Sonst würde ich es auch nicht machen. 

Silke: Große Einheit.…Was ist denn Spiritualität, für Dich? 

Bastian: Was ist der Kernpunkt von Spiritualität. Was sucht der Mensch? Er sucht Verbindung! In der Religion geht es meist um die Rückbindung an einen Gott. Den gibt es im Yoga nicht unbedingt. Ich würde das Wort Präsenz an dieser Stelle nutzen und fragen: „Wie können wir präsent werden, wie können wir Präsenz erfahren?

Präsenz bedeutet, dass Du dich in einem Moment nicht mehr getrennt fühlst von allem anderem. Das Du zur Natur, zu anderen Menschen, zu allem, keine Trennung mehr erfährst, sondern dass Du den Vorhang aufmachst und siehst: Die Dinge sind aus einem Kern, aus einer Saat. Und alle Dinge sind aufeinander bezogen und haben in sich den gleichen vitalen Moment. Sie sind überhaupt nicht trennbar.  Das ist für mich Präsenz und das ist in meinen Augen das, woraufhin ich die Praxis auch anlege. Deswegen ist Meditation bei mir auch ein zentraler Punkt in den Klassen.

Silke: Du hast neulich auch gesagt „Bowspring ist bewegte Meditation“, nicht wahr?

Bastian: Ja, die Menschen hier in der westlichen Welt haben Probleme mit dem Stillsitzen. Und das Sitzen hat den Menschen bisher auch nichts gebracht. Der Mensch sitzt ja den ganzen Tag still!
Bowspring ist bewegte Meditation weil Du immer an der Sache vollkommen dran bist. Du arbeitest sehr aufmerksam am Körper und dadurch tritt der Geist immer stärker in Dein Zentrum. Am Ende, wenn Du dann in der Art meditierst, wie man sich das gemeinhin vorstellt, nämlich sitzend und still, kannst Du da tatsächlich Präsenz erfahren. Und das ist für mich der Kernpunkt von Spiritualität. 

Silke: Wie wird man überhaupt Bowspring-Lehrer?

Bastian: Momentan ist es so:  Wenn man Bowspring-Lehrer werden möchte, muss man sich mit Menschen verbinden, die Bowspring unterrichten. Das kann man entweder in Denver machen, bei den Gründern, was natürlich mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Es geht aber auch in Deutschland. Hier kann man nachsehen, wer Bowspring unterrichtet und sollte dann möglichst viele Klassen und Workshops besuchen und sich auf diese Weise ganz unkonventionell weiterbilden.
Das ist in meinen Augen der beste Weg. Das ist übrigens ein ganz altes indisches Konzept- sich wirklich mit einem Lehrer zu verbinden.

Silke: Es gab eine Zeitlang auf der Global Bowspring-Homepage viele gelistete Lehrer. Wenn man derzeit nach einem Lehrer sucht, weiß man gar nicht, wo die sind. Wieso wurden die gelöscht? Wo finde ich überhaupt Lehrer? Was ist da los? 

Bastian: Bowspring sucht in allen Bereichen neue Wege. Auch in dem Sinne, dass es derzeit noch kein Teacher-Training gibt. Es gibt so eine Art Ausbildung, in Denver.  Aber in Europa weigern sich Desi Springer und John Friend immer noch, das zu tun. Und das finde ich sehr klug. Sie glauben nicht an das alte Konzept des Teacher-Trainings. Sie verlangen Engagement (studentship) und nicht eine Summe, die für ein Zertifikat auf den Tisch gelegt wird. Wenn Lehrer von den Listen gestrichen wurden, dann einfach deshalb weil viele dieses Engagement bereits aufgegeben haben und vielleicht gar kein Bowspring mehr unterrichten. 

Es wird aber bald eine neue Webseite geben und da werden auch wieder viele Namen darauf stehen. 

Silke: Du auch?

Bastian: Ich steh auch drauf. Als „Dedicated Bowspringer“, was die erste, einfachste Kategorie ist. Danach gibt es die zertifizierten Lehrer. Dafür muss man schon ein bisschen mehr tun. Zum Beispiel ein Video hochladen und einen Fragebogen beantworten. Und dann gibt es noch die Trainer, das sind die, die auch Ausbildungen anbieten dürfen. Bislang sind das nur Desi Springer und John Friend selbst.

Silke: Und Du? Wirst Du das auch irgendwann machen? Eine Ausbildung anbieten? 

Bastian: Ich würde sagen, ich bin da schon mittendrin. Nur sieht das von außen nicht so aus. Ich habe einige Schüler, die zu mir nach Berlin kommen. Denen widme ich mich mit meiner ganzen Kraft, um persönliche Verbindungen aufzubauen.

Man muss insgesamt fragen, was das eigentlich heißt: „Ausbilden“? In meinen Augen steht die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler im Vordergrund. Alles andere ist Business und das lehne ich ab.

Silke: Ich habe den Eindruck, dass Du eine eigene Art des Unterrichtens hast. Bewegst Du Dich noch im Bowspring- Algorithmus?  

Bastian: Ich unterrichte die Bowspring-Ausrichtungsprinzipien exakt auf den Punkt. Da wäre jetzt die Frage: Was ist dann anders an meinem Unterrichtsstil? Ich nenne es einfach mal Kreativität und individueller Umgang mit Ausrichtungs-Vorgaben. Da unterscheide ich mich vielleicht von anderen.

Bowspring Backbend

Ich habe ein eigenes Verständnis und den Mut, die Bowspring-Blaupause so anzuwenden, dass sie mir Freude macht, meine Neugier wach hält und mich immer wieder an neue Horizonte bringt. 

Eines der wichtigsten Unterrichtsprinzipien ist die Bio-Tensegrität. In Deinem Körper herrscht Spannung zwischen den verschiedensten Körperteilen, die verbunden sind über Bänder, Sehnen, Muskeln und eben Faszien. Diese Körperspannung mache ich in meinen Stunden bewusst und mit oder vielmehr durch diese Spannung (!) bewegen sich die Schüler durch die Sequenzen, Katas genannt. Das ist das wesentliche Prinzip: Bio-Tensegrität.

Diese integrierte Spannung im Körper vermittelt Ganzheit,  denn durch diese Ketten erfährst Du Zusammenhang. Und das kannst Du im Mikrokosmos des Körpers erleben, aber auch darüber hinaus im Weltganzen.

Silke: Bio-Tensegrität, das hat auch was mit Faszien zu tun?

Bastian: Unbedingt! Es hat vor allem mit Faszien zu tun. Die Grundidee des Bowspring ist ja, dass wir nicht mehr am Knochen orientiert sind, sondern wir schauen, wie dieser Knochen in das umliegende Gewebe eingebettet ist. Wie schwimmt dieser, im besten Falle, im Gewebe. Wir bewegen nicht die Knochen, sondern das Gewebe (und dadurch bewegen sich die Knochen). Die Praxis muss deswegen auch anders aussehen. Klassisches Yoga vertritt nicht die Idee von Bio-Tensigrität. Sondern doch mehr die, wo man Knochen übereinander ausrichtet, so dass man denkt „Ja, jetzt stehen die gerade übereinander und deswegen ist die Position stabil“. Im Bowspring suchen wir Stabilität auf eine ganz andere Weise.

Silke: Ok, wie muss man sich das vorstellen? Es heißt ja, wenn man einen Unfall hatte an der Schulter, und diese dann nicht mehr bewegt, dass die Faszien dort verkleben. Beim Bowspring dehnt man ja nicht wirklich….also man ist ja eher in Bewegung….

Bastian: Das ist sicher einer der interessantesten Punkte im Bowspring: Wir haben eine andere Idee vom Dehnen. Wir dehnen unter Einsatz von Kraft. Und diese Kraft entsteht durch Isometrie. Isometrien sind Kräfte, die einen Muskel ansprechen, dieser aber nicht gezogen und also nicht in seiner Ausdehnung verändert wird. Isometrie bedeutet, dass du deine Hand in den Boden drückst, diese unbewegt schiebst und ziehst und dabei spürst, wie das Gewebe in Hand, Arm und im ganzen Oberkörper angesprochen wird. Das Gewebe wird nicht auseinandergerissen. Wir pulsieren in der Kraft, zwischen den Peripherien (zwischen Fuß und Becken zum Beispiel) um die Muskulaturkette in der Beinrückseite anzusprechen. Wir dehnen unter Kraft, unter Kontraktion (!) und üben mit einer erhöhten Sensitivität. Das hört sich wie ein Widerspruch an.  Aber nein, je mehr Du den Körper mit Sensitivität in die isometrische Dehnung führst, um so sicherer wird eine klassische Position wie Trikonasasa sein, wenn das Bein eben eine Aktion hat im Moment der Dehnung. Die Bänder leiern nicht aus, Du hast keinen lokalen Muskelkater, Deine Gelenke werden schonend behandelt.

Silke: Und das wird die ganze Zeit durchgezogen? Das ist ja auch ziemlich anstrengend.

Bastian: Ja, das ist sehr anstrengend. Ich würde fast behaupten, dass dies eine der Hauptideen von John Friend ist. Dass man dem Körper Energie zuführt. Energie und Stoffwechsel, da wo der Muskel angesprochen wird. Das ist ja immer ein Ziel, dass man versucht den Körper in einen Stoffwechsel hinein zu provozieren. Und überhaupt: etwas tun ist immer erstmal anstrengend. Es ist immer anstrengender, als wenn man sich einfach auf die durchgestreckten Kniekehlen drauflegt. Das ist vielleicht schmerzhaft, aber nicht anstrengend. In dem Moment, wo man Kraft aufwendet, ist es erstmal anstrengend. Mein Körper, weil Du das erst gefragt hast, ob sich der verändert hat…er hat natürlich Muskulatur aufgebaut. Ich fühle mich wesentlich kraftvoller als früher.

Silke: Gestern hast Du gesagt, dass man weniger an Asana denken soll, sondern an Bewegung. Kannst Du da noch einmal was dazu sagen, das fand ich sehr spannend.

Basti: Es ist so, dass Bowspring das Prinzip Asana in Frage stellt.  Asana ist eine Form, die man im Kopf hat, vielleicht von Fotos aus dem Yogastudio her kennt. Bowspring orientiert sich nicht unbedingt an einer äußeren Form, die immer auch etwas statisches insinuiert. Bowspring orientiert sich an Bio-Tensegrität. Dieser Körper-Spannungs-Zusammenhang ergibt ständig neue Formen.

Silke: Ok, aber das stimmt ja nicht ganz. Auf der Global Bowspring Webseite findet man ja durchaus Abbildungen, ähnlich den klassischen Yoga-Ananas.

Bastian: Man muss, um zu kommunizieren, bestimmte Dinge beim Namen nennen. Man muss eine Bewegung analytisch auseinander trennen, um sie beschreibbar zu machen. Ich kann nicht immer nur von Spannungszusammenhängen reden. Ich muss auch eine Form haben, an der ich diesen Zusammenhang deutlich machen kann.  Aber die Figuren selbst ergeben gar nichts in meinen Augen. Nur das Pulsieren von Figur zu Figur ist wichtig. Deshalb sind auch die Übergänge, die Transitionen, so entscheidend im Bowspring. Das diese ganzen Begriffe für Asanas von den Gründern, vor allem von Desi, entwickelt werden, ist eigentlich zweitrangig – wenn man jetzt mal ganz radikal sein möchte.

Silke: Wie geht es denn weiter mit Bowspring global. Auf globaler Ebene?

Bastian: Interessante Frage. Ich weiß es nicht. Vielleicht muss man sich zunächst die Frage stellen: Wie geht es mit einem selber weiter? Mit jedem, der Bowspring praktiziert.

Grundsätzlich ist es wichtig zu sehen, dass der Bowspring die Fähigkeit hat ein verlorenes Körperwissen lebendig zu machen. Nämlich das der Kurvaturen in der elastischen Kraft. Ich glaube, da muss Bowspring weiter aktiv sein, dieses Körperwissen in allen Ebenen, auf allen Gebieten immer wieder neu vorzustellen.

Ich hoffe, es wird immer wieder Menschen geben, und ich sehe das auch, die sich engagieren. Und es sind momentan immer einzelne Menschen, die das sind. Das sind nie große Massen. Und ich setze auch auf das Individuum, das eine Erfahrung machen möchte. Die neu ist, und anders.

Silke: Mal weg von den Plänen von der globalen Bowspring Community: Was sind Deine Pläne?

Bastian: Ich versuche einfach, und das ist die Arbeit jeden Tages, offen zu bleiben für das, was der Tag bringen möchte und ein offenes Ohr zu haben für die Pläne, die Gott mit mir hat. Ich habe selber keine Pläne. Ich freue mich, wenn Menschen auf mich zukommen, die mit mir arbeiten wollen. Ich freue mich, dass ich irgendwohin fahren kann, wohin ich eingeladen werde. Ich habe keine Ambitionen Weltmeister im Bowspring zu werden. Ich möchte einfach Hingabe praktizieren. Ich möchte Menschen helfen auf ihren Wegen. Ich möchte meine Offenheit immer wieder neu ausbilden und neu bewässern, um zu sehen: 

Wo ist Hilfe nötig und wo kann ich wirken. Wenn ich das sehe und wenn ich die Kraft dazu habe, ist mir das eigentlich genug.

Silke: Fast am Ende. Gibt es eine Sache, die ich noch nicht gefragt habe?

Bastian: ….Die Zukunft des Bowspring noch einmal betreffend. Das ist wirklich ein heißes Thema.

Ich glaube, dass es wichtig ist, dass der Bowspring immer eine Methode bleibt, die den Menschen gewisse Optionen bietet. Optionen bietet in der Art, dass sie einen persönlichen Umgang mit dieser Praxis finden und finden dürfen. Das sie nicht nur Kopien werden von vorgegebenen Videos und Materialen, sondern dass sie in dieses Material hineinwachsen und dann von innen her selbst ihre eigene Bowspring-Praxis entwickeln. Das wünsche ich mir sehr für die gesamte Bowspring Community. Das erfordert natürlich einen gewissen Weg, einen Weg zu sich selbst in seine eigene Mitte. Und einen gewissen Mut sich selbst überhaupt ernst zu nehmen und nach vorn zu stellen. Aber ich denke genau davon wird es abhängen, ob Bowspring in Zukunft eine Rolle spielt oder nicht.

Silke: Vielen Dank für das Interview.

Bastian: Vielen Dank fürs Fragen!

Das gesamte Interview, inklusive 5 Extra-Fragen, kannst Du hier herunterladen:
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Auf Bastians Webseite findest Du seine Kurszeiten, Workshops und vieles mehr.

https://bowspringberlin.com

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Photo Credits:

www.bowspringberlin.de

W.C.W. BIOTENSEGRITY

unsplash-logoJD Mason

https://yogadelight.de/yogalehrer/bastian-schlickeisen

https://nybowspringproject.wordpress.com

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Kategorien: Allgemein

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